Historisches Harmonium in der Schlosskapelle (c)oebf/l.drinka

Historisches Harmonium kehrt zurück

Ein Klang kehrt heim – Historisches Harmonium nach über 100 Jahren zurück in Schloss Eckartsau

Ein Echo aus einer vergangenen Welt

Es ist ein Geschenk, das tiefer berührt als jedes Päckchen unter dem Christbaum: Mehr als 100 Jahre nach der Abreise der letzten Kaiserfamilie ist ein einzigartiges Stück österreichischer Geschichte an jenen Ort zurückgekehrt, an dem es ein letztes Mal erklang – das historische Harmonium aus der Schlosskapelle Eckartsau. 

Das Instrument war Zeuge eines Moments, der ein ganzes Kapitel der Monarchie beschloss. Am 23. März 1919, beim Abschiedsgottesdienst der kaiserlichen Familie, spielte Hofarzt Dr. Eduard Benoni darauf die Messe. Kronprinz Otto ministrierte, der Hofstaat sang die Kaiserhymne – zum letzten Mal in Anwesenheit von Kaiser Karl. Viele sollen damals geweint haben, bevor die Familie über den Bahnhof Kopfstetten ins Schweizer Exil aufbrach – und von dort weiter nach Madeira. 

In den mehr als hundert Jahren danach fand das Harmonium andere, sorgsame Verwahrorte – und trug seine Geschichte leise weiter, bis es nun heimkehren durfte. 

Ein Jahrhundert voller Umwege – und ein letzter Wunsch 

Pfarrer Johannes Mahr übernahm es, bestätigte gemeinsam mit Hofarzt Dr. Eduard Benoni 1932 die Echtheit – und hütete das Stück mit Respekt vor seiner 
Geschichte. Jahrzehnte später übergab er seinem Neffen, mit dem er nicht nur den Namen (Johannes Mahr), sondern auch den Beruf (Pfarrer) teilte. Dieser wiederum schenkte es weitere 26 Jahre später an Rosemarie Dinböck aus Schärding. Eine Geste der Dankbarkeit: Deren Vater hatte ihm als jungen Mann einst das Leben gerettet, als er in die wilden Fluten der Thaya stürzte. 

Für Dinböck, die das Harmonium über viele Jahrzehnte bewahrte, war eines klar: Es sollte zurück dorthin, wo seine historische Bedeutung ihren Ursprung hat. Kurz vor ihrem Ableben übergab sie es den Österreichischen Bundesforsten, die Schloss Eckartsau verwalten. Ein Vermächtnis, das unter die Haut geht. 

Ein Klang, der Geschichte atmet 

Seit Mitte November steht das Harmonium nun wieder in der Schlosskapelle – genau dort, wo es über ein Jahrhundert zuvor erklang. 

Wer heute die Tasten drückt, hört einen Ton, der den Raum mit einer geradezu unwirklichen Fülle erfüllt. „Es läuft einem kalt über den Rücken – man spürt förmlich die Geschichte in diesem Klang“, heißt es aus dem Schloss. 

Ein Dank – und ein musikalisches Heimkommen 

Das Schlossteam zeigt sich tief bewegt und dankbar gegenüber der Familie Dinböck. „Wir haben ein Stück Geschichte zurückerhalten – und können diesen Moment nun mit unseren Besuchern teilen.“ 

Und ein besonderer Moment steht noch bevor: 
Beim Adventmarkt am 29. November wird das historische Instrument im Anschluss an die Eröffnung feierlich willkommen geheißen – mit Musik, die Wärme und Frieden in die Adventzeit bringt.

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